Kraft aus der Dorfgemeinschaft
ESCHBACH: Festakt zum 750-j├Ąhrigen Bestehen der Gemeinde

Beim Festakt aus Anlass der 750. Wiederkehr der ersten urkundlichen Erw├Ąhnung von Eschbach als "Echibach" zogen die Redner am Samstagabend im "Haus zum Schlossberg" f├╝r das Winzerdorf unterhalb der Madenburg eine positive Bilanz ├╝ber die Entwicklung.
Ortsb├╝rgermeister Hugo Steinm├╝ller sprach f├╝r die kleine Gemeinde von einem Tag der Freude, Dankbarkeit und Besinnung". Eschbach nehme das Jubil├Ąum zum Anlass f├╝r ein selbstbewusstes Fazit, aber auch daf├╝r, die Zukunft in den Blick zu nehmen, zu gestalten, gemeinsam zu meistern. Steinm├╝ller sieht Eschbach als eine lebendige Gemeinde, die gro├čen Wert auf das gesellschaftliche und kulturelle Leben lege. Eschbach k├Ânne stolz sein auf die Vielfalt der Vereine und Gruppierungen und auf alle attraktiven Veranstaltungen.
Steinm├╝ller ging auf die Identifikation der B├╝rger mit ihrer Gemeinde ein. Die Menschen s├Ąhen als Maxime ihres Handelns die d├Ârfliche Gemeinschaft und die Zusammengeh├Ârigkeit, das Gef├╝hl, sich wohl zu f├╝hlen und zu Hause zu sein. Steinm├╝ller sprach auch an, was sich durch alle Reden wie ein roter Faden zog: Eschbach war in diesen 750 Jahren zu keinem Zeitpunkt "auf Rosen gebettet". Deshalb sei die Gemeinde schon immer auf die Mitarbeit und das Zupacken der Dorfgemeinschaft angewiesen gewesen.
Landr├Ątin Theresia Riedmaier gratulierte als Schirmherrin des Dorfjubil├Ąums. In Eschbach sei ein N├Ąhrboden f├╝r eine weitere gute Entwicklung geschaffen. Die Landr├Ątin zitierte aus dem Protokoll einer Eschbacher Ratssitzung aus dem Jahr 1873, bei der die t├Ąglichen Sorgen und N├Âte behandelt wurden. Sie bewertete die Beschreibung als einen Beweis daf├╝r, dass sich Geschichte wiederhole. Die Menschen in Eschbach h├Ątten sich damals wie heute durch ihre Tatkraft und den Willen ausgezeichnet, aus dem Vorhandenen etwas zu machen. Zukunft brauche Herkunft, sagte Riedmaier, die die Hoffnung ├Ąu├čerte, dass der gute Geist des Jubil├Ąumsjahres Eschbach pr├Ągen und die Gemeinde auch in Zukunft "erfrischend jung" bleiben werde.Die Schlo├čberghasen
B├╝rgermeister Klaus Stalter zitierte August Becker, der Eschbach als "bed├╝rftige Gemeinde ohne privaten Wohlstand" beschrieben habe. Seit der Zeit des Schriftstellers habe sich viel ge├Ąndert. Heute ernte Eschbach die Fr├╝chte von dem Flei├č und der Zielstrebigkeit seiner B├╝rger.
Maire Georges Sand aus dem els├Ąssischen Lichtenberg (Madenburg ist Partnerburg des Chateau de Lichtenberg) ├╝bermittelte die Gl├╝ckw├╝nsche seiner Gemeinde und wies auf die guten Beziehungen, der beiden Ratsgremien hin. Ehrenb├╝rger und Pfarrer i.R. Otto Thomas forderte die Menschen zu Gottvertrauen auf. Wer Gott vertraue, k├Ânne alles seinen Vorsehungen ├╝berlassen. In Eschbach h├Ątten die Menschen dieses Gottvertrauen.
Es gratulierten auch die Vertreter von Eschbach bei Freiburg und Eschbach bei Waldshut. Vorstandsmitglied Wolfgang Faber ├╝berbrachte im Namen der VR-Bank S├╝dliche Weinstra├če einen Scheck. Einen solchen hatte die Sparkasse schon bei der Herausgabe des Dorfbuches gew├Ąhrt.
Nachdem Dr. Klaus Tschirner das neue Eschbach-Lied "Das Tor zum Paradies" intonierte, unternahm der Herausgeber des Eschbacher Dorfbuches, G├╝nter Steinel, in Gestalt des fr├╝heren Dorfschreibers Eichenlaub einen Gang durch die Jahrhunderte. Er erinnerte daran, wie sich die Menschen aufmachten, einer Waldlandschaft durch harte Arbeit nutzbare Ackerfl├Ąche und Weideland abzuringen. 1254, dem Todesjahr des letzten Stauferk├Ânigs Konrad IV. sei das Leben in Eschbach gepr├Ągt gewesen von dem t├Ąglichen Kampf um die Nahrung f├╝r die Familie. Das zur Verf├╝gung stehende Land sei nicht gro├č gewesen, Eschbach von Zerst├Ârung und Pl├╝nderung nicht verschont geblieben. Die Liebe zur Heimat, die Kraft zum Durchhalten, der Mut zu Neuem sowie wie Gottvertrauen h├Ątten Eschbach immer weiter gebracht, sagte Steinel, der auch auf die Auswanderungswelle und die Zeit von 1801 bis zur Gegenwart einging. Unterbrochen wurde der Gang durch die Geschichte mit ein pantomimischen Einlage der "Stammtischler", die die harte Arbeit bei der Rodung der W├Ąlder darstellten, und dem B├Ąnkelgesang der ÔÇ×Schlo├čberghasenÔÇť, die sich in von Angelika Stalter geschneiderten historischen Kost├╝men mit dem Thema Eschbacher Rutsch befassten.
Musikalisch gestaltet wurde der Festakt vom Chor "Cantabile" und dem Katholischen Kirchenchor, jeweils unter Leitung von Anja Genderjahn. (Quelle: ÔÇťDie RheinpfalzÔÇť)