Schottische Hymne aus 800 S├╝dpf├Ąlzer Kehlen
ESCHBACH: Theatergruppe "Die Schlo├čberghasen" organisiert Johannisfeuer auf der Madenburg - Band "Skye" begeistert

Als sich am Samstagabend die D├Ąmmerung auf die Madenburg herabsenkte, tauchten Strahler die historischen Mauern hoch ├╝ber Eschbach in ein warmes, gl├╝hend rotes Licht. Etwa 800 G├Ąste sahen zu, wie im Burghof ein gro├čer Holzsto├č entz├╝ndet wurde. Und w├Ąhrend die Flammen des "Johannisfeuers" hoch empor loderten, lie├č die Band "Skye" mit dreistimmigem Gesang, Dudelsack, keltischer Trommel und Zinnfl├Âte mitten im S├╝dpf├Ąlzer Wald die schottische Identifikationsmelodie "Scotland the Brave" erklingen. "Hark where the night is falling, hark where the pipes are calling" - "Horch wie die Nacht einf├Ąllt, horch wie die Fl├Âten rufen." Kleine Kinder auf den Schultern ihres Vaters schwenkten verz├╝ckt Sternspritzer, brennende Feuerzeuge reckten sich gen Himmel. G├Ąnsehaut-Feeling war da vorprogrammiert. Zu verdanken ist das Wiederaufleben der uralten Johannisfeuer-Tradition dem Engagement von acht Damen der Eschbacher Theatergruppe "Die Schlo├čberghasen". "Wir wollten die Br├Ąuche aus unserer Kinderzeit wieder aufleben lassen", so Christa Steinm├╝ller, eine der Theaterfrauen.Die Johannisfeier auf der Madenburg Seit nunmehr vier Jahren inszenieren die r├╝hrigen "H├Ąsinnen" den feurigen Burgzauber. Eigentlich wird der Johannistag am 24. Juni gefeiert. Aber weil die Eschbacher dank ihrer 750-Jahr-Feier heuer sowieso in permanenter Feststimmung sind, haben sie den Johannistag einfach um f├╝nf Tage vorverlegt. In ein farbenpr├Ąchtiges, historisches Kost├╝m gewandet, gab der Eschbacher Dorfchronist G├╝nter Steinel einen ├ťberblick ├╝ber die Br├Ąuche rund um das Johannisfeuer. Schon die alten Germanen, so Steinel, h├Ątten die gedankliche Vorstellung von Sonne und Feuer miteinander verkn├╝pft. Am Vorabend des Johannistages wird ein Holzsto├č, am besten auf einem Berg oder auf freiem Feld, entz├╝ndet, in der Absicht, die Luft zu reinigen, b├Âse Geister zu verscheuchen oder dem Land eine ertragreiche Ernte zu bescheren. Das Hineinschauen ins Feuer soll die Augen st├Ąrken. Der Rauch verscheucht b├Âse Gewalten. M├Âglichst viel Rauch soll es geben, er soll ├╝ber die Felder ziehen, dann macht er die Wolken f├╝r das Land unsch├Ądlich. Steigen Rauch und Flammen gerade in die H├Âhe, so ist eine reiche Obsternte zu erwarten. Fr├╝her tanzten junge M├Ądchen um das Feuer und sangen: "Sonnawend, Sonnawend, dass mich nit's Feuer brennt, dass ich z'heiraten kumm, drum tanz ich um." F├╝r Liebende soll das Johannisfeuer angeblich von gro├čer Bedeutung sein. Wer nicht zum Zuschauen kommt, wird niemals heiraten! "M├Âgen Licht und W├Ąrme alle, die heute Abend hierher gekommen sind, wohlig umgeben", w├╝nschte Steinel dem bestens gelaunten Publikum des Open-Air-Festivals. Bis weit nach Mitternacht brachte die grandiose Musik von "Skye", bestehend aus Christian Loch, Joachim Lochbaum und Gunther Gehrlein, pralles Leben in die alten Burgmauern Mit Taschenlampen und Laternen machten sich die Besucher nach Abschluss der Veranstaltung auf den 15-min├╝tigen Fu├čmarsch durch den Wald hinab ins Dorf. Dabei wandelten einige die schottische Hymne ein klein wenig ab und sangen: "Land of my heart forever, S├╝dpfalz the brave.ÔÇť (ovi)