Verleihung der Eschbacher Ehrengabe für Herrn Günter Steinel

Am Sonntag, den 05. September 2004 wurde um 18.00 Uhr im Pfarrsaal die "Eschbacher Ehrengabe" an Herrn Studiendirektor i.R. Herrn Günter Steinel verliehen.
Damit wurde der Termin, welcher am 01.08.aus gesundheitlichen Gründen abgesagt wurde, nachgeholt.
Die Ratsmitglieder hatten sich in ihrer Sitzung vom19. Mai 2004 einstimmig für diese höchste Auszeichnung, die die Gemeinde vergibt, ausgesprochen. Herr Steinel wird für seine außergewöhnlichen Verdienste, die er sich um unsere Gemeinde erworben hat, - insbesondere als Herausgeber unseres Dorfbuches - ausgezeichnet.
Von der Ehrengabe gibt es 30 Stück, wovon erst wenige vergeben wurden. Sie ist eine Radierung, welche von Armin Hott gestaltet wurde und erinnert an den Eschbacher Rutsch. Die zugehörige Kupfertafel befindet sich im Besitz der Gemeinde.
Als Festredner waren Herr Hugo Steinmüller, das letzte Mal in "amtlicher Funktion" als scheidender Ortsbürgermeister, Frau Landrätin Theresia Riemaier und der Verbandsgemeindebürgermeister Herr Stalter anwesend.
Die Theatergruppe "Die Schlossberghasen" führten einen eigens von Tina Müller geschriebenen Bänkelsang (hier finden Sie den Text des Bänkelsangs) auf. Dabei wurden sie von Herrn Bernie Bauer auf dem Akkordeon begleitet. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von Frau Kugelmann und ihrer Tochter Luisa.
Als erster Festredner begrüßte Bürgermeister Steinmüller den Jubilar Herrn Steinel, seine Frau Gisela, Kinder und Enkel. Herr Steinel hat sich verdient gemacht durch Engagement und Einsatz. Eine besondere Würdigung seiner Arbeit erfolgte durch die Anwesenheit der Landrätin, was den besonderen Stellenwert hervorhhebt. Weitere Grüße erfolgten an Klaus Stalter, sowie an den Ehrenbürger der Gemeinde, Herrn Pfarrer Otto Thomas, welcher, wie Steinmüller aufzeigt,nicht nur da ist, wenn sein Rat gebraucht wird, sondern auch wenn gefeiert wird. Pfarrer Meigel lässt grüßen, ist aber leider verhindert. Zusätzliche Grüße erfolgten an seinen Amtsnachfolger Gerhard Dausch, sowie ehemalige Ratsmitglieder, insbesondere Ludwig Schmitzer, welcher auch schon die Ehrengabe der Gemeinde erhalten hat.
Ein Wunsch des Gemeinderats und der Bevölkerung zum Dorfjubiläum war ein Buch. Günter Steinel kam ins Gespräch, da dieser Historiker ist und gerade in den Ruhestand ging. Hugo Steinmüller hatte die Aufgabe übernommen mit seinem Nachbarn zu sprechen und dabei auch die knappen finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde angesproche. Was keiner zu hoffen wagte: Günter Steinel hat zugesagt und zwei Jahre lang jede freie Minute daran gearbeitet, Archive und Bibliotheken, z.B. in Speyer, Kaiserslautern und München aufgesucht, um an Quellen zu kommen. Das Buch ist quellenmäßig erarbeitet und wissenschaftlich fundiert. Ein historisches Werk,dass keine Wünsche offen lässt. Die Heimatverbundenheit Steinels wird durch seine Arbeit verdeutlicht, und Eschbach konnte sich im Jubiläumsjahr präsentieren. Steinel hat ohne Honoar gearbeitet, die Auszahlung seiner Mühe wäre ohnehin unmöglich gewesen, selbst die tatsächlichen Auslagen wären nicht zu erstatten. Das Buch mit einer Auflage von 400 Exemplaren hat einen hohen Stellenwert in der Eschbacher Geschichte gefunden. Aber Steinel zeichnet sich auch noch durch weitere Verdienste aus: Er bietet fundiertes Wissen für Jedermann, bei der Flutkatastrophe vor zwei Jahren hat er einen Balladenabend veranstaltet, der gesamte Erlös war für die Flutopfer, beim Festakt trat er als Dorfschreiber Eichenlaub auf, für das Buch hat er Koautoren gesucht. Bei der historischen Kaffeetafel war er im historischen Kostüm dabei und hat sein Buch vorgestellt und mit Freude erläutert. Er engagiert sich überall wo Hilfe gebraucht wird. Eschbach zeigt seine Dankbarkeit, denn er hat sich um Eschbach verdient gemacht.
Für die Unterstützung ihres Mannes bekam Frau Steinel einen Blumenstrauß.
Anschließend hielt Frau Riedmaier ihre Laudatio. Sie gratulierte als Landrätin und als Schirmherrin der 750 Jahrfeier. Sie erinnerte an den Reigen von Festlichkeiten, welcher heute seinen Abschluss findet und mit der Vorstellung des Dorfbuchs eröffnet wurde. Das Buch wirkt über den Tag hinaus für Generationen. Es ist die Geschichte der Gemeinde und seiner Bewohner, ein Geschenk an die Gemeinde, in welchem verschiedene Facetten beleuchtet werden. Es ist geeignet als Zeichen der Heimatverbundenheit und der Zukunft. Es zeigt Wege die Zukunft zu gestalten und Lösungen in der Vergangenheit zu finden. Herr Steinel hat mit 12 Fachjournalisten und Autoren zusammengearbeitet, hat mit allen gesprochen,
er hat Geduld gezeigt, versucht allen gerecht zu werden und aus allem das Beste zu ziehen.
Herr Stalter betonte das Außergewöhnliche des Werkes, welches die Abfolge der Generationen zeigt. In 50 Jahren beim nächsten Jubiläum wird man stolz sein, einen "Steinel" aus dem Regal ziehen zu können und zu sehen wie es weiterging. Der Bürgermeister hat einen Auftrag an einen guten Nachbarn erteilt, ihm Wollen und Können angetragen, Steinel hat zugesagt und die Verbandsgemeinde wäre froh, wenn dieser Glücksfall eines guten Nachbarn noch öfters vorkäme. Wir haben Glück in einer Friedenszeit zu leben, betont Stalter, das Buch zeigt aber auch die Schwierigkeiten der früheren Generationen im Krieg, es zeigt, dass in Notzuständen nicht ausreichend vorgesorgt werden konnte. Dies wird im Buch hervorragend dargestellt. Dafür gilt der Dank der gesamten Verbandsgemeinde.
Als nächstes erfolgte der Auftritt der Schloßberghasen, welche einen eigens für Herrn Steinel von Tina Müller geschriebenen Bänkelsang aufführten. Musikalisch wurden sie von Bernie Bauer begleitet.
Jetzt kam der Geehrte zu Wort. Da er 35 Jahre vor großen Klassen gestanden hatte (der Autor dieser Seite kam vor 20 Jahren selbst in diesen Genuss), trug er seine Rede nicht am Pult vor. Er begrüßte die Ehrengäste und Bürger. Am Anfang stand sein Dank an Gemeinderäte und den Bürgermeister, sowie an alle Anwesenden, welche ihn durch ihr Dasein ehren und seiner Arbeit zustimmen. Er fühle sich sehr geehrt und gerührt, dass er durch diese offizielle Ehrung und den Rat Zustimmung bekommt. Er verfiel selbst immer in Hochstimmung, wenn nicht vermutetes Quellenmaterial gefunden wurde, dankte seinen Mitautoren für die entstandenen 416 Seiten. Mit dem Buch möchte er allen Eschbacher Bürgern zuverlässig die historischen, geographischen, religiösen, politischen und kulturellen Begebenheiten erklären. Es möchte die Denkweise der Vorfahren erklären, damit man heute versteht, warum die Entwicklung so abgelaufen ist, wie sie sich heute darstellt. Es ist eine Hommage an die Bürgerinnen und Bürger von Eschbach und er bedankt sich bei allen für die Ehrengabe.
Die Verleihung der Ehrengabe wurde unter musikalischer Gestaltung von Frau Kugelmann und ihrer Tochter, sowie mit ein, zwei Gläschen Jubiläumssekt abgerundet. (Text: Claudia Pabst u. Andreas Dausch)
Hier gibt es Bilder von der Ehrung
Bericht in der “Rheinpfalz” von der Ehrung
Bericht im “Amtsblatt” von der Ehrung